Buddhismus

Das Hauptanliegen eines praktizierenden Buddhisten ist die Entwicklung der Reinheit des eigenen Geistes. Da der Geist unsere Gedanken füttert, wird der Geist rein, wenn auch die Gedanken rein sind. Die Reinheit der Gedanken kann durch aufrichtiges Befolgen des rechten Denkens kultiviert werden. Rechtes Denken besteht aus:

1. Gedanken des Loslassens oder Verzichts
2. Gedanken von Nicht-Hass oder Wohlwollen
3. Gedanken von Nicht-Grausamkeit oder Mitgefühl

Wenn der Geist solche Gedanken produziert, ist seine Reinheit automatisch gewährleistet. Der Geist wird beschmutzt und verunreinigt, wenn Gedanken auf Gier, Hass oder Verblendung aufgebaut sind. Das einzige Heilmittel ist die Kultivierung von reinen Gedanken der Großzügigkeit, des Wohlwollens und des Mitgefühls. Je mehr man solche Gedanken in sich fördert, desto größer wird die geistige Reinheit sein.

Die buddhistische Meditationspraxis erfordert drei Eigenschaften - Rechte Anstrengung, Rechte Achtsamkeit und Rechte meditative Konzentration. Wenn diese drei mentalen Faktoren methodisch entwickelt und perfektioniert werden, können sie das Bewusstsein vom sinnlichen Zustand in die übersinnlichen ekstatischen Vertiefungen, Samadhi genannt, führen. Für einen spirituell Suchenden ist der Zweck der buddhistischen Meditation Nibbana zu erreichen, die spirituelle Befreiung, die Freiheit von allen Formen von Leiden innerhalb der weltlichen Existenzen.

Ein Meditierender praktiziert die Atem-Meditation, Anapanasati, indem er seine Aufmerksamkeit auf die Bewegungen von Heben und Senken richtet, welche durch den Atem verursacht werden. Die Fähigkeit, den Geist auf dem Meditationsobjekt (dem Heben und Senken des Atems) fokussiert halten zu können, nennt man Achtsamkeit. Wenn jemand achtsam meditiert, wird der Geist allmählich konzentriert, was zum Frieden des Geistes führt. Der Geist wird nun zunehmend ruhig und stabil. Wenn dieser Prozess nicht unterbrochen wird durch herumirrende, streunende Gedanken, kann eine Kombination von Achtsamkeit, Ruhe und Konzentration den gesamten Geisteszustand von der sinnlichen Wahrnehmung in die übersinnlichen Bereiche erheben. Eindringende Gedanken können allerdings immer und immer wieder auftauchen und den Geist schwächen. Wenn dies passiert, wird der Geist geneigt sein, sich ablenken zu lassen, was zu einer Serie von assoziierten Gedanken führt. Der mentale Prozess wird dann zum blossen zerstreuten und herumwandernden Denken degenerieren.

Wenn der Meditierende unnachgiebige Anstrengung hervorbringt, wird er solange innehalten, bis die vom Meditationsobjekt abschweifenden Gedanken oder Bilder erfolgreich abgewehrt sind. Wenn ein ablenkendes geistiges Objekt auftaucht, und er dieses erfolgreich fernhält bis die Achtsamkeit wieder völlig hergestellt ist, wird der Geist aufgrund von guter Konzentration so stark, dass er alle mentalen Hindernisse besiegen kann.

Wenn nun der Meditierende mit dieser gestärkten Achtsamkeit und Tatkraft volle Konzentration entwickelt, wird er sich daranmachen, alle drei heilsamen Faktoren von rechter Anstrengung, rechter Achtsamkeit und rechter meditativer Konzen-tration zu stabilisieren. Dies kann zur Transformation des gesamten Bewusstseins fuhren, durch die Erlangung der überweltlichen Einsicht in die höchste Realität von Nibbana.


Mit Segenswünschen,

Ehrwürdiger Acharya Buddharakkhita